Hausverlust wegen Abschluss einer Lebensversicherung in vielen Fällen!

Liebe Leser,

diese Überschrift klingt bedrohlich, beschreibt aber ein sehr großes reales Problem. Bitte nehmen Sie sich 5 Minuten Zeit wenn Sie Immobilien über Lebensversicherungen finanziert haben!

Was ist passiert?

Über lange Jahre hinweg wurden Immobilienfinanzierungen gerne wie folgt aufgebaut:

  1. Eine Bank oder Versicherung  gewährt ein Immobiliendarlehen für das der Kunde nur die Zinsen zahlt. Es erfolgt keine Rückzahlung (Tilgung an die Bank).
  2. Zusätzlich wurde eine Versicherungspolice abgeschlossen, die dann nach 20, 25 oder 30 Jahren den Kredit „in einem Rutsch“ ablösen soll.

Warum macht man sowas?

Gerade bei vermieteten Objekten hatte diese Finanzierungsform den Vorteil, das die gleichbleibend hohen Zinsen steuerlich gegen die Mieteinnahme gerechnet werden konnte. Eine Rückzahlung (Tilgung jedoch nicht)

Wo ist dann das Problem?

Leider stimmen die Prognosen der Versicherungsgesellschaften nicht und somit kommen heute die avisierten Zahlungen gar nicht zu Stande. Das Darlehen kann also gar nicht abbezahlt werden!

Das kostet gerade so einige Existenzen.

Mein aktuell größter Fall stellt sich wie folgt da:

Kredit Volumen € 1.789.521,58 (DM 3.500.000,00) für ein Mehrfamilienhaus. 

Zur Tilgung wurden zwei Lebensversicherungen der I. hinterlegt.

Start war am 01.06.1998

Rückzahlung ist fällig am 01.06.2018

Monatsbeitrag € 5.163,00

Gesamte Einzahlung € 1.239.120,00

Auszahlung aus der Police zum 01.06.2018 jedoch nur € 1.011.422,82

Es wurden als € 227.697.18 mehr ein- wie ausgezahlt!

Zu wenig zur Bezahlung des Darlehens am  01.06.2016 € 778.099,06 

Unfassbar, oder?

Da der Kunde nun 72 Jahre alt ist, kommt ein weiterer Kredit nicht in Frage.

Was kann man tun?

Die Bank macht es sich jetzt einfach und bietet den Kindern (30 und 32 Jahre alt) einen neuen Kredit an! Ansonsten soll der Kunde soll der Kunde sein Mehrfamilienhaus, welches durch die Mieteinnahme seine Rente finanzieren soll, verkaufen!

Im Rahmen meiner Tätigkeit bat mich die Ehefrau nun um Hilfe.

Wir haben nun alle Verträge gesichtet und kommen zu folgendem Ergebnis:

Die beiden Versicherungsverträge sind gem. BGH und EuGh Widerrufbar. Zudem hat der Mandant Anspruch auf  eine recht hohe Nutzungsentschädigung.

Laut Gutachten gibt es einen Gesamtanspruch in Höhe von € 1.832.127,20 also einen höheren Anspruch in Höhe von € 820.704,68,.

Auch wenn wir das vielleicht nicht in voller Höhe durchsetzen können, weil wir den Fall wohl im außergerichtlichen Vergleich klären, dürfte das den Lebensabend von Rolf S. retten.

Jetzt rechnen Sie das mal für ein Eigenheim! Es fehlen am Ende meist mind. 25% der Kreditsumme! Bei € 350.000,00 sind das unfassbare € 87.500,00, die der Hausbesitzer nun selber zahlen muss.

Gute Nacht Johanna!

Lange Rede kurzer Sinn: Rechnen Sie jetzt Ihre Finanzierung nach!

Sollten Sie Finanzdienstleister sein, oder gar Versicherungsmakler, sollten auch Sie, schon aus Haftungsgründen, alle Finanzierungen Ihrer Mandantschaft kontrollieren.

Axel Kleinlein (Bund der Versicherten): „Das ist legaler Betrug. Es werden Leistungen in Aussicht gestellt, die nicht eingehalten werden“

Zeuge aus der Branche bei ZDF Zoom: “ Wir haben auf Anweisung viel zu hohe und unrealistische Wertet berechnet. Das konnte nur nach hinten losgehen!“ 

 service@eura.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Junker,
    wie sehen Sie in diesem Zusammenhang die Rechtsprechung zahlreicher Oberlandesgerichte oder des Bundesgerichtshofs, die Rückabwicklung von Lebensversicherungen zu verneinen, wenn diese anfänglich als Darlehenssicherheit abgetreten wurden?
    „Das Berufungsgericht hat im Ergebnis […] rechtsfehlerfrei angenommen, dass ein Bereicherungsanspruch […] wegen widersprüchlichen Verhaltens d. VN ausgeschlossen ist. […] Der enge zeitliche Zusammenhang zwischen dem Abschluss des Versicherungsvertrages und dessen Einsatz zur Kreditsicherung sowie die Abtretung auch der Todesfallleistung durfte bei dem Versicherer ein schutzwürdiges Vertrauen in den unbedingten Bestand des Vertrages begründen.“ (BGH, Beschluss vom 27.01.2016, Az. IV ZR 130/15)
    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Schöne

    1. Hallo Herr Schöne. Da sehen wir anders. Das BGH hat die Abtretung auf zweimal begrenzt. Unsere Urteile bestätigen dies auch. Ab dreimaligem Abtreten lehnen auch wir eine Annahme des Mandates ab. Aber eine einfache Abtretung stellt kein Problem dar.

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