Wichtige Infomation für Erblasser!


Gemäß Deutschem Anwaltspiegel, Ausgabe 12 vom 13.07.2012, hat am 08.06.2012 der Rat der EU-Justizminister die EU-Erbrechtsverordnung angenommen. Danach wird in Zukunft in der Regel das Erbrecht des Staates angewendet, in dem der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Die Verordnung legt einheitliche Regeln darüber fest, welches Erbrecht auf einen internationalen Erbfall anzuwenden ist (Vereinheitlichung des internationalen Privatrechts). Dadurch, dass in allen Mitgliedsstaaten der EU (außer Dänemark, Irland und Großbritannien) das anwendbare Recht nach den selben Regeln bestimmt wird, wird die derzeitige Rechtszersplitterung bei der Beurteilung grenzüberschreitender Erbsachen künftig beseitigt.

Durch ein Testament oder einen Erbvertrag kann der Erblasser stattdessen auch das Erbrecht des Staates wählen, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt. Die neue Verordnung führt außerdem ein „Europäisches Nachlasszeugnis“ ein, das in allen Mitgliedsstaaten der Verordnung einheitlich gilt. Damit können alle Erben und Testamentsvollstrecker in allen Mitgliedsstaaten, in denen die Verordnung gilt, ihre Rechtsstellung einheitlich nachweisen. Darüber hinaus werden die nationalen Erbnachweise der Mitgliedsstaaten, z.B. der Deutsche Erbschein, in den anderen Mitgliedsstaaten nach den Regeln der Verordnung anerkannt. Erben müssen also künftig nicht mehr in jeden Mitgliedsstaat einen neuen Erbnachweis beantragen. Die Verordnung wird im Laufe des Jahres 2015 zur Anwendung kommen.

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